Dem Lehrer                                    

Friedrich Göbel

gebührt  das Verdienst, die  ersten  Eintragun-

gen  aus  Urkunden  gesammelt  und  einge-

tragen zu haben.

Ermstedt im Oktober 1937                                  Bähr, Bürgermeister

Eine vollständige fortlaufende Chronik unseres Dorfes hat es leider nie gegeben - hier und da gab es Urkunden, Briefe, Rechnungen, Protokolle u.ä., die beim Schultheißen oder Heimbürgen, später Bürgermeister aufbewahrt wurden. Die meisten sind verschollen, einiges ist noch in Archiven in Erfurt, Weimar, Gotha oder in Frienstedt zu finden.

 

Den Versuch, eine Zusammenfassung der wesentlichen Geschehnisse in Ermstedt zu schreiben hat erstmals 1937 der Schullehrer Friedrich Göbel unternommen - Teile dieser Chronik sind noch erhalten und sollen hier gezeigt werden:

Dies mag als Beispiel reichen - die Chronik geht dann weiter bis zur Seite 97, wobei meist nur die ungeraden Seiten beschrieben sind - hin und wieder werden auf geraden Seiten Ergänzungen gemacht, die ich nicht zusätzlich übertragen habe. Im übrigen liegt mir die Chronik auch nur als Photokopie beschriebener Seiten vor - wer das Original hat und ob es überhaupt noch existiert, weiß ich nicht zu sagen. Ich übertrage den Wortlaut wertfrei aus der damals üblichen deutschen Schreibschrift, da ich annehme, das nur ein geringer Teil der Leser dazu in der Lage ist … im übrigen ist es unverständlicherweise den alliierten Besatzungen nach dem 2. Weltkriege geschuldet, daß die deutsche Schreibschrift dauerhaft in Vergessenheit geriet. Es war sicherlich nicht deren unmittelbares Interesse, dem „Führer“-Erlaß vom 3.Jan.1941 zu folgen, nachdem zukünftig nur noch sog. Normalschrift (also lateinische) zu gebrauchen wäre.

Allerdings haben die Alliierten die Verwendung deutscher Schriften weiter verboten - vielleicht weil sie sie nicht lesen konnten? (http://de.wikipedia.org/wiki/Antiqua-Fraktur-Streit#Normal-Schrift)

 

Die „Übersetzung“ aus der deutschen Kurrentschrift findet der interessierte Leser auf den nachfolgenden Seiten.

 

Dabei sollte man allerdings beachten, daß die Aufzeichnungen und vor allem die Nennung und Deutungen historischer Fakten dem Zeitgeist und v.a. dem Zeitwissen des Aufzeichnenden entsprechen. Man kann es Lehrer Göbel also weder übel nehmen, daß er z.B. Ermstedt im Westgau sieht, noch daß er Irmin mit Donar gleichsetzt oder daß er diesen als Sachsengott bezeichnet  usw. usf..

Näheres zu unseren alten Göttern findet man u.a. bei Grimm, Golther, Vulpius, Meyer, Widukind, Einhardt und natürlich bei Tacitus und in der Edda.

Lehrer Friedrich Göbel mit seinen Schülern ca. 1938

Titelblatt von 1937