Ich habe in einem Ortsverzeichnis des Deutschen Reiches alle Orte mit „Erm-“, „Irm-“ oder „Arm-“ Präfix (Vorsilbe) herausgesucht und in eine Landkarte unserer jetzigen Republik eingetragen.

Dabei ist zu berücksichtigen, daß Ortsnamen einem  teilweise modisch begründeten Lautwandel unterlagen oder/und Schreibungen sich nach den jeweiligen Gebräuchen ändern konnten.

Unser Dorf hieß im Verlauf auch erst Ermenstat, später Erimstete, Ermilstete, Ermbstedt, Hermstedt, Hermanstadt, Herminstedte, Herimotestat usw. usf., bis sich die Lautung und Schreibung auf das heutige Ermstedt festlegte.

Anderen Orten ging es nicht anders, wie das Beispiel Ermendorf im heutigen Sachsen belegt: Ermsdorf, Ermyndorf, Ermandorf, Ermendorff, Erbendoff, Erbmannsdorf usw. oder Irmtraut im jetzigen Hessen: Ermetrode, Irmtroit, Ermentrut, Irmiterode, Yrmentrade, Ermentraide, Irmptroit, Ehrntrautt usw.

Zu beachten ist dabei, daß erstens das Präfix „Erm-“ manchmal zwischenzeitlich zu „Irm-“ oder „Yrm-“ wechselte und später wieder zu „Erm-“ wurde;  zweitens  primäre „Irm-“ Orte eher zeitlichen Namensbestand haben oder auch manchmal aus „Erm-“ Ortsbezeichnungen hervorgegangen sind und  „Arm-“ Orte teilweise aus frühen „Erm-“ Orten oder ganz anderen Namen hervorgegangen sind - (bei später gegründeten „Arm-“ Orten ist auch eine andere Quelle möglich - die Armut).

Die oben genannte Lautwandlung von „Erm-“ zu „Irm-“ und umgekehrt betrifft im Übrigen auch die Orte Ermenrod, welches  1351 noch Irmenrade  genannt wurde und Irmenseul, welches 1298 noch als Ermensulle bezeichnet wurde.

Obenstehend findet sich die Karte mit den „Erm-“, Irm-“ oder „Arm-“ Präfix-Orten, wobei der  hypothetische Thüringische Grenzverlauf entsprechend des Artikels vom 21.02.20009 der Thüringer Allgemeinen in Rot eingefügt wurde. Es ist zu erkennen, daß fast alle „Erm-“Orte im Gebiet des alten Thüringer Reiches liegen - die übrigen dabei etwas westlich davon liegen, wo wir Thüringer, nach anderen Karten, auch Siedlungen hatten, bis wir von den Franken überrannt wurden. Interessant dabei ist vor allem, daß der Standort der einzigen in der frühchristlichen Literatur erwähnten Ermensäule nahe der ehemaligen Thüringischen Reichsgrenze gelegen ist (s. lila Pfeil in der Karte) und daß der vermeintliche zwischenzeitliche Aufbewahrungsort der von Karl zerstörten Säule innerhalb der ehemaligen Thüringischen Reichsgrenzen liegt - Irmenseul, 1298 als Ermensulle bezeichnet, rühmt sich, zeitweilig Bewahrer der Überreste der Ermensäule gewesen zu sein, bis das diese endgültig nach Hildesheim verbracht sein solle . . .? Genaues weiß allerdings keiner darüber. Verständlich ist allerding der Stolz der Irmenseuler Bürger, zur Bewahrung eines solchen Symbols germanischer Selbstbehauptung beigetragen zu haben, bewundernswert ist deshalb auch deren Anstrengung, eine Ermensäule sowohl im Wappen zu führen, als auch eine zugegebenermaßen zeit-und stiladaptierte Säule auf einem Hügel nahe der Ortschaft aufzustellen:

Verzeichnis der Orte in der Karte nach heutigem Namen mit den Geo-Koordinaten und, soweit bekannt, Angaben zur Ersterwähnung bzw. rechtlicher Zugehörigkeit

 

 

 

Ermstedt                  50.968838,10.882959                  775-786 Ermenstat

Ermsleben                51.731814,11.344129                  1045  Anegremislebo

Ermsinghausen       51.643198,8.419082                    1182  Ermescenghuson.

Ermschwerdt          51.356354,9.816921                    833   Ermunteswert damals Thüringen

Ermreuth                 51.643198,8.419082                    1128 Ermbreuth Erporuit

Ermreus                   49.67191,11.138822                    1336 Ermreichs

Ermlitz                    51.391207,12.15688                    zu Schkopau ?AD ?

Ermingen                 48.381375,9.89876                      1299 AD

Ermetzhofen           49.502908,10.277041                  1288 AD von Ergersheim aus gegründet

Ermetzhof                49.417612,10.359248                  zu Marktbergel

Ermetheis                51.229928,9.330947                    1334 Ermeteus

Ermershausen         50.208456,10.626683                  LK Haßberge   1049  Ermannshusen

Ermershausen         49.379043,9.884711                    zu Niederstetten (Weiler)

Ermenrod                 50.653387,9.138644                    1351 Irmenrade

Ermendorf               51.22931,13.584974                    1378 zu Castrum Großenhain

 

Irmelshausen          50.364608,10.470736                  8oo   zu  Fulda Henneberg Bibra Höchheim

Irmenseul                 51.984386,9.940259                    1298 Ermensulle

Irmgarteichen         50.856874,8.197982                    1270 Amt Netphen Kreis Siegen

Irmstett                    48.587943,7.481339                    bas-rhin (Frankreich)

Irmtraut                   50.554334,8.060678                    879

 

Armenhof                50.560622,9.7913                         Dipperz  1510

Armesberg               49.886468,11.950589                  zu Kemnath (Wüstung?)

Armstorf                  53.598882,9.073963                    Ismerstorpe  1112

Armstedt                  53.972768,9.847069                    zu Segeberg 1448

Armsfeld                 51.051655,9.06307                      zu Bad Wildungen / Erimbrechtisfeld 12.Jhd.

Armsheim                49.808477,8.057177                    Stadtrecht 1349?1352

Die Bilder von Irmenseul habe ich selbst aufgenommen, die Karte mit den Ortseintragungen haben meine Tochter und mein Schwiegersohn gefertigt. Die Angaben zum Siedlungsgebiet der Völker um 500 und den Standort der Ermensäule um 770 habe ich in die Karte eingefügt.